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Assistenzhund als Hilfsmittel:
Definition Assistenzhund, Unterschied zwischen Assistenzhund und Therapiebegleithund, Training, Organisationen, Prüfungen, gute und unseriöse Trainer*innen erkennen, Kenndecken, Finanzierung, Rechte, Verhaltensregeln, wichtige Hinweise, Verein, Beratung, Buchempfehlung, Links


Ein Assistenzhund ist ein tolles Hilfsmittel, aber nicht für jeden geeignet. Es gibt einige Punkte zu beachten, wenn man über einen Assistenzhund nachdenkt.
Am besten bespricht man das Thema auch ausführlich mit seinem Arzt und/oder Therapeuten.

Im Folgenden fasse ich einmal alle wichtigen Informationen rund um das Thema Assistenzhund zusammen. Bei weiteren Fragen dürft ihr gerne das Kontaktformular benutzen (aber bitte lest erst den Post, hier findet ihr schon wirklich viele Infos!).

Aber nun zum Thema:

Was ist ein Assistenzhund überhaupt?

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete Hunde, die ihrem Halter eine normale Teilhabe am Alltagsleben ermöglichen. Sie sind Hilfsmittel wie beispielsweise eine Brille oder ein Rollstuhl.

Es gibt verschiedene Kategorien:

  • Führhunde, z.B. Blindenführhunde
  • Servicehunde, z.B. Rollstuhlbegleithunde
  • Signalhunde, z.B. für Diabetes, Epilepsie, Autismus, psychische Erkrankungen, etc.

Assistenzhunde sind keine Therapiebegleithunde. Therapiebegleithunde werden beispielsweise in der Ergotherapie eingesetzt oder auch im Hospiz, Kindergarten, Seniorenheim, etc. Sie leben bei ihrem Besitzer als Haustiere und arbeiten in diesen Einrichtungen für viele verschiedene Menschen. Auch die sogenannten „Emotional Support Animals“, die in letzter Zeit gern von diversen Organisationen angepriesen werden, sind keine Assistenzhunde und haben keine gesonderten Zutrittsrechte (Ausnahme hier ist z.B. in den USA die Begleitung in der Kabine des Flugzeugs). Emotional Support Animals machen nur das: Sie geben emotionalen Beistand. In Deutschland sind sie einfach nur Haustiere.

Der Assistenzhund ist kein Haustier, sondern ein Hilfsmittel und hilft seinem Halter durch speziell auf den Menschen abgestimmte Aufgaben und Tasks, die er in seiner Ausbildung lernt.

Ein Assistenzhund ersetzt außerdem keine Therapie/Behandlung. Er ist lediglich ein Hilfsmittel, kein Heilmittel!

Wichtige Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man über einen Assistenzhund nachdenkt:

  • Brauche ich einen Assistenzhund? Wenn ja, für was?
  • Unterstützt mich mein*e Arzt/Ärztin bzw. Therapeut*in? Schreibt er*sie mir ein Attest, dass ich auf den Hund angewiesen bin?
  • Gibt es Alternativen? Andere Hilfsmittel?
  • Bin ich stabil genug, um mich um ein Tier zu kümmern?
  • Was passiert, wenn der Hund krank ist? Schaffe ich es, mich zu kümmern? Schaffe ich es Erbrochenes, Durchfall, etc. aufzuputzen und den Hund entsprechend zu versorgen (Medikamente, Wundversorgung, etc.)? Habe ich hier eventuell Unterstützung?
  • Habe ich einen Notfallplan, falls ich mich einmal nicht kümmern kann und z.B. krank werde? Habe ich einen Ersatzplan für den Fall, dass mein eigentlicher Notfallplan nicht funktioniert?
  • Habe ich genug Kraft, Zeit, etc. um mit dem Hund zu trainieren?
  • Kann ich meinem Hund genug Ruhe, Ausgleich und Freizeit bieten zu seinem anstrengenden Job?
  • Kann ich mir das Tier finanziell leisten? (Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Training, etc.)
  • Welche Aufgaben soll der Hund übernehmen, um mir zu helfen?
  • Welche Ausbildungsform passt zu mir?
  • Bin ich stark genug, um Diskussionen um Barrierefreiheit und Zutrittsrechte zu führen?
  • Habe ich eine*n kompetenten Trainer*in an meiner Seite?

Voraussetzungen des Menschen

  • chronische Erkrankung und/oder Behinderung
  • Anerkannte Behinderung nach §3 BGG: Nachweis beispielsweise durch Schwerbehindertenausweis, Bescheid über einen Grad der Behinderung, fachärztliches Attest oder eine Bescheinigung eines Sozialversicherungsträgers (Deutschland)
  • Behindertenpass mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 (Österreich)
  • selbstgeregelter und organisierter Alltag
  • Unterstützung durch das Umfeld: Personen, die aushelfen bei Problemen, auf den Hund aufpassen können, etc.
  • alle Familienangehörigen müssen frei von Hundehaarallergien sein
  • Liebe zum Hund
  • Stabilität: Der Hund ist eine Unterstützung, aber kein Problemlöser. Vor Einzug des Hundes muss eine Grundstabilität sichergestellt sein (d.h. Dinge wie beispielsweise Su*z*dgedanken & Co. müssen vorher in der (teil-)stationären oder ambulanten Therapie behandelt werden). Nochmal: Der Hund ersetzt keine Therapie/Behandlung und ist kein Heilmittel!
  • finanzielle Stabilität: Es kommen regelmäßige Kosten auf einen zu, beispielsweise Futter, Routineuntersuchungen/-behandlungen und Versicherung, aber auch mit außergewöhnlichen Kosten muss gerechnet werden (beispielsweise Klinikaufenthalten oder Operationen durch eine plötzliche Erkrankung oder einen Unfall/eine Verletzung des Hundes)
  • Bereitschaft zu ständiger Fort- und Weiterbildung

Voraussetzungen des Hundes

  • einwandfreie physische und psychische Gesundheit (keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gesunde Augen/Ohren, Ausschluss von rassenspezifischen Erkrankungen sowie Erbkrankheiten, Ausschluss von Mittelmeerkrankheiten, uvm. – siehe auch Befunderhebungsbogen zur Feststellung der gesundheitlichen Eignung von Assistenzhunden (Österreich)
  • lange Nase (keine Plattnasen, die kaum Luft bekommen)
  • keine Qualzuchten (Plattnasen, Doppel-Merle, etc.)
  • keine Herdenschutzhunde und deren Mischlinge (Österreich)
  • Freundlichkeit, Ausgeglichenheit, Freude an der Arbeit, Motivation
  • keine Geräuschempfindlichkeit, Angst und Aggression (ein Assistenzhund darf keine Menschen anknurren oder verbellen!)
  • sehr gute Sozialisierung
  • kein Schutztrieb
  • wenig Jagdtrieb
  • festes Wesen
  • keine Aggressivität
  • keine Überängstlichkeit
  • keine vorherige Ausbildung als Schutz-, Wach- oder Herdenschutzhund

Ausbildung & Trainerwahl

Bei der Auswahl der*s Trainer*in sollte darauf geachtet werden, dass positiv und gewaltfrei gearbeitet wird. Der/Die Trainer*in sollte sich auf das Abenteuer „Assistenzhunde-Team“ einlassen wollen und bereit sein, sich mit der Thematik und den individuellen Bedürfnissen von Hund und Halter*in zu befassen.
Zu empfehlen sind beispielsweise Trainer*innen von „Trainieren statt Dominieren„. Oftmals findet man durch die entsprechenden Webseiten auch eine*n Trainer*in in der Nähe des eigenen Wohnorts. Viele beten mittlerweile aber auch Online Coachings an.
Unterricht kann in Form von Einzelstunden und/oder Gruppenunterricht stattfinden – je nach Bedarf.

Eine*r gute*r, erfahrene*r Hundetrainer*in kann auch bei der Auswahl des Hundes helfen.

Assistenzhundetrainer*innen in Deutschland müssen nach dem neuen Gesetz und der Assistenzhundeverordnung (AHundV) zertifiziert sein.

Wichtig für einen Assistenzhund ist wie für alle Hunde das Hunde 1×1, also die solide Grundausbildung. Da wir unsere Hunde in Bereiche mitnehmen, in denen Familienhunde keinen Zutritt haben, ist es sehr wichtig, dass der Hund z.B. nicht an Regalen schnüffelt, keine Menschen anspringt oder anbellt, sich nicht von Hunden, Katzen, Menschen, etc. ablenken lässt und auch sein Geschäft nicht einfach irgendwo verrichtet.

Zu den Grundlagen kommen dann natürlich die Assistenzaufgaben, welche individuell auf den Halter abgestimmt sind. Das Erlernen dieser wird aufgebaut wie auch andere Dinge. Für den Hund ist es optimalerweise alles Spiel und Spass, egal ob es nun eine Assistenzaufgabe wie „Medikamente bringen“ oder ein Trick wie „Pfötchen geben“ ist.
Erwünschte Verhaltensweisen, die der Hund von sich aus zeigt, sollten immer positiv verstärkt werden. Meldet der Hund also beispielsweise von selbst eine kommende Panikattacke, dann sollte dies unbedingt hochwertig belohnt und positiv verstärkt werden.

Auch theoretische Inhalte (beispielsweise Lerntheorien, Gesundheit, Haltung, etc.) müssen Teil der Ausbildung von Mensch und Hund sein.

In Deutschland kann man zwischen 3 Ausbildungsarten wählen:

  • assistierte Selbstausbildung: Der Hund lebt beim/bei der Assistenznehmer*in und das Team wird mindestens 60 Stunden über 8 Wochen durch eine*n zertifizierte*n Trainer*in begleitet
  • Duale Ausbildung: Der Hund verbringt einen Teil der Ausbildung direkt bei der Ausbildungsstätte und das Team wird Stück für Stück zusammengeschult
  • Fremdausbildung: Die komplette Ausbildung findet bei der Ausbildungsstätte statt. Anschließend folg eine Zusammenschulung des Teams (mindestens 60 Stunden über 8 Wochen)

In Österreich gibt es zusätzlich die Möglichkeit, den Assistenzhund komplett selbst auszubilden.

Woran erkenne ich schlechte/ungeeignete Trainer*innen?

In Deutschland sind auf dem Markt viele schwarze Schafe unterwegs. Abzuraten ist definitiv von vielen der bekannten Organisationen, die meistens bei einer Google-Suche zuerst (oder relativ weit oben) erscheinen.
Bietet jemand Dinge wie Emotional Support Animals oder anderen Unsinn ist absolute Vorsicht geboten. Diese Organisationen sind leider sehr gut darin, ihre Dinge zu verkaufen, sie können gut überzeugen und als ahnungsloser Betroffener auf der Suche nach Hilfe, fällt man leider schnell darauf rein. Es klingt ja auch erst mal sehr verlockend.

Des Weiteren sollten bei folgenden Dingen eure Alarmglocken schrillen:

  • aversive Trainingsmethoden (Schnauzengriff, Wasserpistole, Klapperdose, Klapperschellen, Dominanztheorie, Alphawurf, etc.); auch Sätze wie “da muss der Hund durch”, “Wenn der Hund Angst hat, nicht streicheln, sondern ignorieren” oder auch “Der Hund ist dominant” oder ähnliches
  • Trainer*in führt kein intensives, ausführliches & unverbindliches Vorgespräch
  • Trainer*in hat noch nie von der AHundV gehört und/oder diese nicht gelesen oder verstanden (Deutschland)
  • Trainer*in ist nicht nach der AHundV zertifiziert (Deutschland)
  • Trainer*in hat “zufällig” einen passenden Hund da
  • Trainer*in erzählt von Welpentests und verlangt viel Geld für diese (Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung für Welpentests. Generell sind diese Tests also sehr kritisch zu betrachten, denn ein Welpe ist ein Baby und man kann nicht vorhersagen, ob aus ihm mal ein Assistenzhund werden wird oder nicht.)
  • Trainer*in meint, dass ein Welpe schon Assistenzleistungen erbringen muss (z.B Asthmaattacke anzeigen oder führen) – völliger Quatsch. Welpen sind Babies. Bis der Hund ca. ein Jahr alt ist, sind Sozialisierung, Grundausbildung und Basiswissen angesagt, dann sollte ein ausführlicher Gesundheitscheck erfolgen und dann beginnt man bestenfalls mit den Assistenzleistungen
  • Es gibt keine “geborenen Warnhunde” (wird gern von unseriösen Organisationen erzählt)
  • vertragliche Bindung an Trainer*in/Ausbildungsstätte
  • vertragliche Inhalte, wie beispielsweise, dass der Assistenzhund im Besitz der Organisation/Ausbildungsstätte verbleibt
  • Trainer*in vermittelt keinerlei Wissen über Assistenzhunde und die aktuelle (fehlende) rechtliche Grundlage
  • Trainer*in vermittelt kein Wissen über Körpersprache und Bedürfnisse des Hundes sowie andere wichtige Themen
  • Trainer*in besitzt keinerlei Wissen über die Erkrankungen für die der Hund ausgebildet werden soll
  • Trainer*in reagiert unpassend und/oder unsensibel auf die Erkrankungen und Bedürfnisse des Menschen
  • Trainer*in wurde bei einer unseriösen und/oder aversiv arbeitenden Organisation ausgebildet
  • Trainer*in behauptet, man bräuchte für einen Assistenzhund zwingend einen Schwerbehindertenausweis (In Deutschland ist der Assistenzhund nicht an einen SBA gebunden!)

Es gibt leider viele Trainer*innen und Organisationen, die auch kranke Hunde vermitteln. Am Besten hört ihr ganz genau auf Erfahrungsberichte anderer Teams. In den gängigen Assistenzhundegruppen („Assistenzhunde 2.0“, „Zutrittsrechte für Assistenzhunde“) auf Facebook sind hierzu viele Beiträge zu finden.

Zudem gibt es einen Verein, der (angehende) Assistenzhundehalter*innen berät:

Freedom Dogs Europe Website

Freedom Dogs Europe Instagram

Prüfungen

Für Deutschland sind die Prüfungsinhalte sind in der AHundV festgelegt. Mit dieser sollte man sich vorher genau auseinander setzen.

In Österreich kann man sich auf den Seiten des Messerli Instituts über die Prüfungsinhalte informieren. Dort findet man auch ein PDF für das nötige theoretische Wissen sowie Informationen über die gesundheitlichen Voraussetzungen des Hundes.

Rechtliche Grundlagen in Deutschland

  • Teilhabestärkungsgesetz Artikel 9
  • Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) ab §12e
  • Assistenzhundeverordnung (AHundV)
  • UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 3, 9, 19, 20
  • Grundgesetz Artikel 3
  • SGB 1, §10 und §17
  • SGB V, §33
  • SGB IX, §4 Absatz 4, §31
  • AGG, §3
  • BGG, §4
  • BVG, §13
  • Stellungnahmen vom Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dem RKI, Institut Schwarzkopf und der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Informationen zum Bundesteilhabegesetz gibt es unter folgenden Links:

BMAS – Teilhabestärkungsgesetz

Bundesgesetzblatt Online – Teilhabestärkungsgesetz

BMAS – FAQ zu den neuen Regelungen im BGG zu Assistenzhunden

Details zur Verordnung und somit Dingen wie der zukünftigen Ausbildung & Trainerwahl/Trainerzertifizierung sowie Inhalte und Voraussetzungen der Prüfung sind bisher noch nicht bekannt.

In Österreich sind Assistenzhunde seit dem 1. Januar 2015 staatlich anerkannt. Gesetzlich geregelt sind sie in §39a des Bundesbehindertengesetzes. Die näheren Bestimmungen werden in einer Zusatzrichtlinie des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz ausgeführt.

Die staatliche Assistenzhundeprüfung wird am Messerli-Institut durchgeführt, ist unabhängig von Organisationen und Trainern und natürlich auch für Selbstausbilder zugänglich. Sie wird von unabhängigen Prüfern abgenommen und ist staatlich anerkannt. Bei Bestehen gibt es die offizielle Kenndecke für Assistenzhunde.
Diese Prüfung kann man natürlich auch als deutsches Team machen, wenn man gerne eine Prüfung haben möchte. Sie ist definitiv aussagekräftiger als alles, was es auf dem deutschen Markt derzeit gibt. Wahrscheinlich ist sie auch das, was am ehesten anerkannt werden wird (vielleicht mit kleinerer Nachprüfung nach deutscher Regelung, etc.), sobald ein deutsches Gesetz in Kraft tritt. Dies ist allerdings reine Spekulation.

Kenndecken

In Deutschland gibt es keine einheitlichen Kenndecken, dafür aber einen Patch. Dieser kann beliebig auf einer Kenndecke, einem Halstuch oder dem Geschirr angebracht werden.

In Österreich gibt es ein offizielles Logo, welches auf Kenndecken und Halstüchern zu finden ist.

Es ist hier an die Vernunft des Halters zu appellieren, seinem Hund nur eine Kenndecke anzuziehen und ihn mit in die Öffentlichkeit zu nehmen, wenn das Benehmen einwandfrei ist und er wirklich auf den Hund angewiesen ist.

Ein empfehlenswerter Kenndecken-Anbieter ist beispielsweise die Kreativ WG, man kann sich aber auch selbst eine Kenndecke nähen, wenn man in dem Bereich versteckte Talente hat.

Finanzierung

Das Hilfsmittel Assistenzhund wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Einzige Ausnahme ist hier der Blindenführhund.
Es gibt die Möglichkeit bei Stiftungen anzufragen, ob sie die Ausbildung finanziell unterstützen. Hier bleibt einem nichts anderes übrig als Stiftungen zu kontaktieren, sein Anliegen zu schildern und auf Antwort zu warten.
Stifungen suchen kann man zum Bespiel auf Stiftungssuche.de. Es lohnt sich auch nach regionalen Stiftungen zu schauen.
Auch gibt es den Fonds für s*x**ll*en M*ssbr**ch des Bundes (gespoilert, weil Trigger-Gefahr), der in bestimmten Fällen unterstützt.

Rechte

Sozialleistungen müssen barrierefrei erbracht werden (§17 SGB I), d.h. Assistenzhunde dürfen beispielsweise mit in Arztpraxen, Krankenhäuser, Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und öffentliche Gebäude genommen werden.

Assistenzhunde sind von der Leinen- und Maulkorbpflicht befreit.

Assistenzhunde dürfen kostenfrei mit Taxis und öffentlichen Verkehrsmitteln fahren bzw. mit dem Flugzeug fliegen. Während eines Fluges ist der Hund bei seinem Menschen in der Kabine.

Eine gleichberechtigte Teilhabe zählt zu den Menschenrechten und steht über dem Hausrecht. Einem Assistenzhund den Zutritt zu verweigern ist Diskriminierung.
In Deutschland greifen starke Gesetze gegen Diskriminierung, u.a. das Grundgesetz, das SGB, das AGG sowie die UN Gleichberechtigungskonvention.

Auch hier nochmal der Hinweis: Bitte keinen Hund mitnehmen, der noch nicht weiss, wie er sich in diesen Situationen verhalten soll. Als Assistenzhunde Team ist man automatisch auch ein Aushängeschild. Wenn also jemand mit einem Hund, der sich nicht benehmen kann, andere anspringt, den Ablauf stört, etc., zum Arzt kommt, dann hinterlässt er einen schlechten Eindruck und zukünftige Teams werden es noch schwerer haben, Zutritt zu erhalten.

Verhalten gegenüber Assistenzhunde-Teams:

  • Bitte nicht ablenken: Streicheln, Füttern, Locken und Ansprechen lenkt den Hund ab und kann zu gefährlichen Situationen führen.
  • Leinen Sie Ihren Hund an und lassen Sie ihn nicht zum Assistenzhund.
  • Bitte halten Sie Abstand.
  • Halten Sie Gehwege und Fahrbahnüberquerungen frei von Hindernissen.
  • Richten Sie Fragen bitte an den Halter und ignorieren Sie den Hund.
  • Bitte weisen Sie auch Ihre Kinder auf diese Verhaltensregeln hin.

WICHTIG: Lebewesen, keine Maschine!

Ein Assistenzhund ist nicht perfekt. Er ist ein Lebewesen wie jedes andere auch und keine Maschine. Das bedeutet, dass auch ein Assistenzhund hin und wieder einen schlechten Tag hat, unaufmerksam ist, sich nicht wohl fühlt, krank ist, Fehler macht oder einfach einmal Pause braucht. Es passiert schnell, dass man durch zu viel Perfektionismus anfängt, seinen Hund (und auch sich selbst) zu überfordern. Keiner ist unfehlbar und alle brauchen einmal eine Auszeit.
Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse des Tieres zu achten. Diese sollten über den eigenen Bedürfnissen stehen. Ist der Hund einer Aufgabe nicht gewachsen (dauerhaft oder auch nur zeitweise), darf man es nicht erzwingen, sondern sich eine alternative Lösung (z.B. Begleitperson) suchen, falls beispielsweise ein Termin unbedingt wahrgenommen werden muss.
Leider werden auf vielen Seiten in den sozialen Medien nur die Dinge dargestellt, die super klappen, was beim Betrachter oft den Eindruck erweckt, dass andere Teams perfekt sind und es keine Dinge gibt, die nicht so gut klappen.
Lasst euch gesagt sein: Jeder hat Dinge, die mal nicht so gut laufen. Nobody is perfect. Auch ein Assistenzhunde-Team nicht. Deshalb arbeitet man ja kontinuierlich an sich und der Beziehung zu seinem Hund.

Buchempfehlung

Das einzige gute Buch auf dem Markt ist aktuell Mein Diabetes-Signalhund von Gerd Köhler. Das Buch ist nicht nur für Diabetes-Signalhunde empfehlenswert, sondern auch für alle anderen Assistenzhunde.

Die meisten anderen Lektüren sind nicht lesenswert und hängen leider mit unseriösen Ausbildungsstätten zusammen. 

Links

Trainieren statt Dominieren – empfehlenswerte Anlaufstelle zum Thema Trainer*innen
Reha Dog Assistenzhunde Austria – empfehlenswerte Anlaufstelle in Österreich
Messerli Institut Wien – Infos zur österreichischen Assistenzhundeteam-Prüfung
Kreativ WG – handgemachte Kenndecken, Leinenbanderolen, u.v.m.
Assistenzhunde 2.0 – Facebook Gruppe zum Thema Assistenzhunde
Animal Training Center – Animal Training Center, Österreich – sehr viel Assistenzhunde-Erfahrung, sowohl mit österreichischen als auch internationalen Teams

Stand: Januar 2023

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GoFundMe – Assistenzhund für Sam
Assistenzhund Yoshi 2021


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