Content Note:

Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen / Räumungsklage/Unterstützung; Zutritt Uniklinik; Finanzierung; Hotelaufenthalt mit Assistenzhund; Beinahe-Attacke auf Yoshi


Momentan gibt es bei uns fast täglich Neuigkeiten…

Zutritt Uniklinik

Ich habe am Freitag einen sehr netten Anruf erhalten von einem Herren des Qualitätsmanagements und klinischen Risikomanagement der Uniklinik Frankfurt. Yoshi darf mich natürlich zu meinem Termin begleiten und alle relevanten Stellen sind über unser Kommen informiert. Ich werde keinerlei Probleme bekommen.
Klingt gut, oder? Ich bin gespannt, ob es wirklich problemlos laufen wird.

Am Tag des Termins mache ich mich also ziemlich aufgeregt auf den Weg Richtung Frankfurt. Die Regionalbahn ist voll und ich werde auch noch in eine Konversation verwickelt. Yoshi meistert die Situation gut, bleibt trotz vieler Menschen ruhig.
Am Hauptbahnhof sind wir beide dann etwas aufgeregt und froh, als wir es zum Ausgang geschafft haben.
Auch an der Strassenbahn-Haltestelle ist es voll. Yoshi springt mehrmals vorsichtig an mir hoch – ich glaube, er spürt meine Aufregung und Anspannung. In der Strassenbahn selbst ist es auch nicht besser, alle stehen aneinander gepresst da. Yoshi legt sich vor meine Füße und verschafft mir so automatisch etwas Abstand nach vorn. Trotzdem bin ich froh, dass wir nicht allzu lang fahren müssen und steige erleichtert darüber, dass niemand auf meinen Wuff getreten ist, an der Uniklinik aus. Da noch etwas Zeit ist bis zum Termin, gehe ich mit Yoshi ein Stück den Main entlang, lasse ihn noch einmal pinkeln und setze mich dann einen Moment auf eine Bank.

Durchatmen.

Ich habe tatsächlich Angst davor, die Klinik zu betreten. Angst vor Diskussionen. Bin unheimlich angespannt von der Fahrt, was es natürlich nicht besser macht.
Um viertel vor 9 raffe ich mich auf und betrete die Klinik. Keine Diskussionen. An der Anmeldung der Ambulanz werde ich mit „Ahhh, da ist ja die Ausnahme der Uniklinik‘ begrüßt. Ich melde mich also an, und werde in den Wartebereich – etwas abseits von anderen Patienten – geschickt. Puh.

Yoshi benimmt sich vorbildlich. Er liegt vor bzw. zeitweise schräg neben mir, verschafft so Abstand zu vorbeilaufenden Menschen. Er wird oft angeschaut, ich höre geflüsterte Kommentare wie „Ohhh, ist der süß“. Yoshi lässt sich nicht ablenken, er schaut sich die Leute an, bleibt aber ruhig und entspannt liegen.
Als wir aufgerufen werden, geht er brav ‚Bei Fuß“ mit mir ins Sprechzimmer und dort zielstrebig auf die Stühle zu: „Hey, Mensch, schau, da hast du was zum Sitzen!“
Ich lobe meinen Hund und setze mich. Yoshi legt sich zwischen mich und die Zimmertür. Er ist entspannt.
Die Ärztin ist nett, fragt mich interessehalber einige Dinge über Assistenzhunde und wie Yoshi mir hilft. Sie ist höflich, sagt, ich muss nicht antworten, wenn ich nicht mag. Aber natürlich antworte ich – gehe ja offen mit meiner Erkrankung um und erkläre einige Assistenzaufgaben.

Dann besprechen wir das, weshalb ich eigentlich da bin: Testosteron und den Blocker. (Mehr dazu wird es in einem separaten Blogpost geben!). Sie stellt mir Rezepte aus und fragt am Schluss noch, ob es sehr schwierig war, den Hund mitbringen zu dürfen. Ich bin ehrlich und sage „Ja, 4 Wochen hat es gedauert“. Ich lobe aber auch den netten Mann, den ich am Telefon hatte und der mir und Yoshi den Eintritt erleichtert hat, indem er alle notwendigen Stellen informiert und aufgeklärt hat.
Die Ärztin versichert mir, dass es kein Problem ist, Yoshi auch zukünftig mitzubringen, ich müsse ihn auch nicht vorher anmelden. Ich sage ihr, dass ich es aus Höflichkeit gern tue, damit die Leute bescheid wissen und ich auch am Tag des Termins keine unnötigen Diskussionen habe. Sie sagt mir, dass sie es einfach ls Vermerk bei meinem Termin dazu schreibt. Ich bin erleichtert und freue mich, auf eine so nette Ärztin gestossen zu sein.

Auch beim Verlassen des Klinikums geht Yoshi brav neben mir. Er hat wirklich einen klasse Job gemacht und ich hoffe, dass wir einen positiven Eindruck hinterlassen haben und es zukünftig für Assistenzhunde-Teams leichter sein wird, Termine in der Uniklinik wahrzunehmen.

 

Hotelbuchung mit Assistenzhund

Ende Juli werde ich mit meiner besten Freundin eine Reitsportmesse (EuroCheval) besuchen, da darf Yoshi natürlich nicht fehlen. Weil es mir zu anstrengend ist, noch am selben Tag zurück zu fahren, habe ich beschlossen, das Wochenende in einer Pension zu verbringen und mit Yoshi etwas auszuspannen nach der Messe.
Ich frage also bei einer kleinen Pension in der Nähe des Messeortes an, gebe an, dass ich mit Assistenzhund reise und bekomme die Antwort, dass ein Einzelzimmer verfügbar ist, ein Hund aber extra kostet.
Nach kurzer Abklärung der rechtlichen Lage mit dem Lichtblicke e.V. habe ich der Pension geantwortet, was „Assistenzhund“ bedeutet. Prompt kam die Antwort, dass der Hund selbstverständlich nichts extra kostet und sie mir das Zimmer reservieren. Sie haben sogar gefragt, ob ich ein spezielles Zimmer brauche. So mag ich das.

Am 27.7. ist nun also Messetag und die 2 Tage darauf werden Yoshi und ich den Schwarzwald unsicher machen 🙂

 

Im Mai 2019 findet wieder das Pfernetzt-Event statt. Auch hierfür versuche ich gerade ein Zimmer zu buchen und habe den selben Zutritts-Kampf wie mit der Pension. Ein Ergebnis ist noch ausstehend.


Finanzierung

Ich habe am Wochenende noch einige Stiftungen kontaktiert. Vielleicht hilft uns ja noch eine davon mit einer kleinen finanziellen Unterstützung. Jeder Euro zählt zur Zeit, um Yoshi’s Ausbildung auf sichere Beine zu stellen.

 

Mietangelegenheit

Seitdem ich die Sache mit dem Vermieter an eine Anwältin abgegeben habe, geht es mir besser. Auch die nette Unterstützung des Lichtblicke e.V. hilft und beruhigt sehr. Es ist gut zu wissen, dass ich nicht alleine da stehe. Es fällt mir ja immer schwer, um Hilfe zu fragen, aber ich merke, dass es wirklich gut tut.

 

Beinahe-Attacke auf Yoshi

Am Freitag lief ich mit Yoshi unsere Straße entlang. Wir hatten noch ca. 300m bis nach Hause, Yoshi war im Dienst, deutlich mit Kenndecke und Halstuch gekennzeichnet und ging brav links neben mir „bei Fuß“.
Wir nähern uns einem Auto mit offener Kofferraumklappe. Aus Erfahrung weiss ich, dass der Besitzer des Autos zwei grosse Hunde hat, die er im Kofferraum in Hundeboxen transportiert. Yoshi und ich gehen also dort entlang und schon geht das Bellen los. Ein Mensch war nicht in Sicht und einer der Hunde entkam aus seiner Transportbox (Tür nicht richtig verschlossen??). Er stürmte bellend und knurrend auf Yoshi und mich zu. Wir sind beide zu Tode erschrocken und Yoshi ist sofort zurückgewichen.
Glücklicherweise rief plötzlich ein Mensch nach dem Hund und er gehorchte auf das „HIER“.
Ich beruhigte Yoshi und ging an Hund und Mensch vorbei, wurde aber vom Mensch entsetzt angeschaut, als ob ich etwas dafür könnte, dass der Hund uns angegangen ist.

Yoshi und ich hatten echt einen riesigen Schreck bekommen. Das hätte auch anders ausgehen können! Puh!

 

Training

Yoshi’s Training läuft super und wir kommen gut voran. Er läuft mittlerweile auch schon gut ohne Leine, der Rückruf funktioniert tadellos.

An seiner Frusttoleranz und der Impulskontrolle müssen wir noch etwas arbeiten, aber auch hier hat der weisse Wolf schon Fortschritte gemacht.

Zur Zeit arbeiten wir an folgenden Assistenzaufgaben:

  • zur Bank bringen
  • zum Ausgang bringen
  • an den Rand bringen
  • Center
  • Blocken
  • sich neben mich legen

Dazu nehmen möchte ich im Laufe der Zeit noch Folgendes:

  • an Medikamente erinnern
  • auf Kommando bellen
  • Panikattacken/Dissoziationen/Albträume/destruktives Verhalten unterbrechen
  • Dinge aufheben
  • Unterstützung bei Synkopen
  • Licht an- und ausschalten
  • Kontaktliegen

Diese Liste ist nicht vollständig und ich passe sie immer mal an, je nachdem, wie das Training läuft und was Yoshi von selbst anbietet. Damit lässt sich ja oft gut arbeiten.

 

Innenstadt Ausflug/Treffen Romeo Sabrina

Am Sonntag haben Yoshi und ich spontan Sabrina und Romeo getroffen. Sabrina und ich kennen uns seit 2005, wir haben gemeinsam eine Ausbildung absolviert und dann über 6 Jahre lang als Kollegen zusammen gearbeitet. Leider hatten wir uns die letzten Jahre – hauptsächlich durch meine Dummheit – etwas aus den Augen verloren, haben aber nun wieder Kontakt und uns letztes Wochenende zum Kaffee trinken in der Darmstädter Innenstadt verabredet.
Natürlich waren unsere Vierbeiner auch dabei. Für Beide war es das erste Mal in der Innenstadt und beide haben es sehr gut gemacht.
Anschließend waren wir noch im Herrngarten, wo aufgrund des schönen Wetters natürlich einiges los war: Jogger, Spaziergänger, Radfahrer, Kinder, Luftballons, Musik, grillende Menschen, andere Hunde, etc.
Aber auch hier waren unsere zwei Herren sehr souverän. Wir waren richtig stolz auf die Jungs und haben einen sehr schönen Tag miteinander verbracht. Ich hoffe, wir wiederholen das bald mal 🙂

 

 

 


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Wer wissen möchte, wie ein Assistenzhund einem Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen kann, findet eine kurze Zusammenfassung und weiterführende Links in meinem Blogpost Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen


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