Content Note:

Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen / Räumungsklage; Zutrittsrechte; Interview; Finanzierung; Training


Wir fangen mal mit positiven Dingen an:

  • Ich habe mittlerweile die Zusage von zwei Stiftungen, dass sie mit einer Spende Yoshi’s Ausbildung unterstützen wollen. Voraussetzung ist, dass die kompletten Ausbildungskosten gesichert sind durch Spenden/Eigenmittel. Die Angebote sind bis September 2018 bzw. bis März 2019 gültig, d.h. bis dahin muss die Finanzierung stehen. (Für Tipps sind wir also nach wie vor dankbar!)
  • Mit dem Verwandtschaftsbesuch aus den USA waren wir unter anderem bei der Koziol Glücksfabrik in Erbach im Odenwald. Meine Tante liebt Dinge, die „Made in Germany“ sind und kocht zudem sehr gern. Ihr hat es da super gut gefallen und sie konnte einiges kaufen. An der Tür war jedoch ein „Hunde verboten“ Schild. Nachdem wir aber mit einer netten Mitarbeiterin gesprochen haben und sie darüber informiert haben, dass ich mit Assistenzhund unterwegs bin, war alles kein Problem. Assistenzhunde sind natürlich willkommen. Yoshi bekam sogar einen Wassernapf. Daumen hoch, liebe Glücksfabrik! So mögen wir das!
  • Auch in der lokalen Apotheke (Apfel Apotheke) hier im Ort war der Zutritt mit Yoshi absolut kein Problem. Er wurde sogar gelobt, wie brav er ist.
  • Unser Training läuft gut. Die Basis sitzt immer besser und auch unser Treffen mit Ausbilderin Katharina Küsters lief gut. Es war Stadttraining angesagt und nach anfänglicher Aufgeregtheit hat Yoshi das gut gemeistert.

 

Und nun das Aufregende:

Ich habe am Mittwoch ein Interview mit der VdK Mitgliedszeitung. Es geht um meinen Weg zum Assistenzhund, wie Yoshi mir hilft, wie die Ausbildung abläuft und all solche Dinge.
Es wird ein Interview am Telefon sein und ich bin mega aufgeregt, da ich ja eine Telefonphobie habe und zudem noch mit einer fremden Person sprechen muss. Aber ich habe zugesagt und werde das machen. Die Frau klingt sehr nett in ihren E-Mails und mir ist es wichtig, über das Thema Assistenzhund und auch über das Leben mit psychischen Erkrankungen aufzuklären. Ich schaffe das! 🙂

 

 

Zum Abschluss das unerfreuliche Thema:

Mein Vermieter droht nun mit der Räumungsklage aufgrund des Assistenzhundes. Angeblich halte ich mich an die Abmachung mit Frau S., was der Unwahrheit entspricht. Ich stehe extra früher auf, um Sonntags morgens – bevor sie wischt – wie von ihr gewünscht zu „swiffern“. Zusätzlich kehre ich sogar noch und entferne ziemlich viel Strassendreck. Dies kostet mich sehr viel Energie, von der ich ja bekanntlich sowieso nicht so viel habe, was sich dann natürlich den Rest des Tages bemerkbar macht.

Ich hatte ja glücklicherweise schon die Zusage der Rechtsschutzversicherung, dass sie die Kosten tragen und eine Anwaltsempfehlung, also habe ich gleich nach Eingang des Vermieter-Schreibens die Kanzlei kontaktiert. Da dies Samstag war, muss ich mich jetzt in Geduld üben und hoffe, dass ich morgen eine Antwort und einen Termin bekomme.

Eigentlich kann der Vermieter einen Assistenzhund nicht verbieten, siehe hier unter Punkt 07: Rechtslage in Deutschland
Aber man weiss ja nie. Ich bin gespannt, was der Anwalt sagt.

Natürlich kann mein Gehirn nicht aufhören, darüber nachzudenken. Ich weiss, dass ich mich an die Vereinbarung gehalten habe und mir nichts zu Schulden kommen lassen habe, aber trotzdem rattert es im Kopf. Der Druck steigt und die Anspannung auch. Ich habe Angst, die Wohnung zu verlassen und Frau S. zu begegnen. Ich will eigentlich zur Zeit gar niemandem begegnen.
Zum Glück ist da Yoshi, der seine kalte Hundenase in meine Kniekehle drückt und mich daran erinnert, dass es Skills gibt und mir klar macht, wofür ich kämpfe! Mein weisser Wolf ist es wert. Ich gebe ihn sicherlich nie mehr ab und werde für ihn durch’s Feuer gehen.

Ich denke auch über Alternativen nach bzw. was, wenn ich wirklich ausziehen muss. Zudem bin ich mir auch nicht sicher, ob ich weiter hier wohnen möchte, selbst, wenn ich  den Kampf gewinne.

Der Wohnungsmarkt in meiner Gegend sieht Mau aus. Die verfügbaren Wohnungen sind winzige Kellerlöcher, die zudem völlig überteuert sind. Und/oder sie sind nur für Wochenendheimfahrer/Pendler.

Meine zweite, etwas waghalsigere Überlegung ist es, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und ans Meer zu ziehen. In Deutschland oder auch im europäischen Ausland – Niederlande, UK, Irland. Das ist ja schon lange mein Traum, ich traute mich nur bisher nie.
Mir graut es vor einem so weiten Umzug, neuer Gegend, keine Familie/Freunde in der Nähe. Ich bin mit Veränderungen doch so schnell überfordert. Ausserdem ist meine Therapeutin hier und mir fehlen ja nur noch ca. 6 Monate Therapie bis ich die Mastek beantragen könnte. Norddeutschland wählen und alle 2 Wochen zur Therapie runter pendeln und mit Familienbesuch verbinden? Eine Option. Aufwendig und teuer, aber eine Option.
Der Wohnungsmarkt im Norden sieht etwas besser aus als der hiesige. Habe schon nach kurzer Suche bezahlbare 2-Zimmer-Wohnungen gefunden, die zumindest auf den eingestellten Fotos nett ausgesehen haben. Ich müsste natürlich zudem einen schönen Platz für mein Pony finden und dessen Umzug organisieren. Der Kleine müsste lange LKW fahren und sich an eine neue Herde gewöhnen.
Ganz schön gewagt alles. Sicher nicht unmöglich, aber Kräfteraubend und gewagt.

Naja, vorerst sage ich mir immer wieder „Abwarten, was die Anwälte antworten und es nehmen, wie es kommt“. Auch meine Mom sagt, irgendwie geht es immer weiter und irgendwo gibt es auch eine Lösung. Egal, wie. Zumindest weiss ich, dass meine Familie und Freunde mich unterstützen, egal, was kommt. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl.

 


Logo_Sam_Hund_02Willst du mich unterstützen?

Spenden per PayPal: Assistenzhund für Sam
Unterstützung auf Facebook: Assistenzhund Yoshi


Falls ihr oder jemand, den ihr kennt, an einer Berichterstattung über meinen Weg zum Assistenzhund interessiert seid, würde ich mich über eine E-Mail an folgende Adresse freuen:
Assistenzhund.fuer.sam@gmail.com


Wer wissen möchte, wie ein Assistenzhund einem Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen kann, findet eine kurze Zusammenfassung und weiterführende Links in meinem Blogpost Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen


Logo_Sam_Hund_02 Logo erstellt von Chantal Reitz