Content Note:

Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen / Update Vermieter-Trouble, Basistraining & Assistenzaufgaben, Anträge/Finanzierung, öffentlicher Zutritt/Barrierefreiheit


Irgendwie ist gerade einiges los und ich komme nicht so häufig zum Bloggen, wie ich gerne würde…

Die Sache mit meinem Vermieter konnte ich klären. Nachdem er mein Schreiben erhalten hatte, bekam ich einen Anruf. Normalerweise gehe ich ja nicht ans Telefon, wenn ich die Nummer nicht kenne, aber da ich dachte, es ist eventuell die Agentur für Arbeit, bin ich dran gegangen. Stellte sich also heraus, dass es der Vermieter war.
Er war super freundlich, teilte mir mit, dass sich eine Mitleiterin beschwert hätte. Von ihr hatte ich einige Stunden zuvor auch eine E-Mail als Antwort auf meinen Brief an die Nachbarn erhalten. Prinzipiell meinte sie, ihr würden angeblich Haare in den Mund fliegen, wenn sie das Treppenhaus putzt. Man muss dazu sagen, dass die Dame monatlich 85 Euro dafür erhält, einmal wöchentlich das Treppenhaus zu putzen. Schwarz. Ist ein ziemlich guter Stundenlohn, wie ich finde, da wir kein grosses Haus sind, sondern nur ein 6 Parteien Haus. Als Vergleich: Für 85 Euro muss ich 8 1/2 Stunden lang Pferdekacke schaufeln.
Jedenfalls sei das Putzen für sie „eine Qual“. Der Vermieter hatte sich geärgert, da das „Problem“ nicht direkt geklärt wurde, sondern über ihn. Ich habe ihm mitgeteilt, dass auch ich es schöner gefunden hätte, wenn die besagte Dame direkt zu mir gekommen und wir eine gemeinsame Lösung gefunden hätten, immerhin wohnen wir nur ein Stockwerk auseinander.

Ich habe mit dem Vermieter besprochen, dass ich das persönliche Gespräch mit der Dame suche und es kläre. Er verabschiedete sich mit den Worten „Alles Gute und schön, dass ihnen der Hund so helfen kann“.
Am Tag nach dem Telefonat suchte ich also, mit Unterstützung meiner Mom, das Gespräch mit der Nachbarin. Wir einigten uns darauf, dass ich Sonntags morgens – bevor sie putzt – das Treppenhaus mit einem Swiffer-Tuch von den Haaren befreie (Zitat von ihr: „Swiffer habe ich in der Werbung gesehen, das ist gaaaanz toll…“). Also mache ich das jetzt…. was soll’s.

 

Und sonst so?

Sonst läuft es echt gut mit Yoshi und mir. Das Training schreitet gut voran, die Grundkommandos klappen schon echt zuverlässig und die ersten Assistenzaufgaben meistert er auch gut.

Wir haben mittlerweile auch eine Zusage einer Stiftung, die uns mit einem Betrag bei der Ausbildung unterstützen wollen. Jetzt fehlen also ’nur‘ noch ca. 8000 Euro.
Die Kasse gibt natürlich, wie erwartet, nichts dazu.

Ansonsten habe ich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, Barrierefrei unterwegs zu sein. Seien es die Diskussionen zum Thema „Zutrittsrechte von Assistenz- und Blindenführhunden“ (hier gibt es übrigens auf assistenzhundeleben.de ein Faltblatt mit Informationen über Assistenzhunde, Gesetze und Hygiene, welches man sich ausdrucken und bei Bedarf aushändigen kann) oder auch die ewige Suche nach Fahrstühlen und/oder normalen Treppen.

Yoshi verhält sich in der Öffentlichkeit übrigens vorbildlich. In der Bahn, sowie während z.B. Therapiestunden legt er sich hin und wartet geduldig, bis es wieder weiter geht. An Bahnhöfen bzw. Orten mit vielen Menschen und/oder Geräuschen ist er noch nervös, aber auch das wird von Mal zu Mal besser.

Zur Zeit stehen unter Anderem folgende Dinge auf unserem Trainingsplan:

  • Impulskontrolle
  • Ruhe (zur Ruhe kommen fällt Yoshi super schwer)/auf seinen Platz gehen und vor allem dort bleiben
  • Grundkommandos/Rückruf festigen und erweitern
  • „Bei Fuß“ gehen
  • Assistenzaufgaben „Bank“, „Center“, „Touch“
  • Ruhe bewahren bei Begegnungen mit anderen Hunden

 

Und nun zum Abschluss noch ein paar Fotos:

 

 


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Falls ihr oder jemand, den ihr kennt, an einer Berichterstattung über meinen Weg zum Assistenzhund interessiert seid, würde ich mich über eine E-Mail an folgende Adresse freuen:
Assistenzhund.fuer.sam@gmail.com


Wer wissen möchte, wie ein Assistenzhund einem Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen kann, findet eine kurze Zusammenfassung und weiterführende Links in meinem Blogpost Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen


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